Worship

Worship

Wir haben den letzten Tag der Woche und des Wochenendes erreicht, Sonntag. Für viele Familien gehört es hier in den USA dazu in die Kirche zu gehen – aber Kirche heißt hier nicht zwangsläufig das, was wir aus Deutschland darunter verstehen.

Ich durfte meine Familie beim sonntäglichen Kirchenbesuch begleiten – ebenfalls verbunden mit einem hohen persönlichen Interesse. Am Frühstückstisch unterhielten wir uns schon über die verschiedenen Sichtweisen des Abendmahls und ob die Kindstaufe etwas Gutes ist, oder Taufe erst im vollen Bewusstsein, also aus eigener Entscheidung heraus, geschehen sollte. Hier in der Westwood Community Church (kurz: WCC) wird ein Kind erst getauft, wenn es versteht, was die Taufe bedeutet und den eigenen Wunsch nach ihr äußert. Getauft wird nur von Juni bis September, denn die Taufe findet draußen statt, im See – voller Körpereinsatz.

Nach der Unterhaltung am Frühstückstisch war ich nun also so richtig gespannt, wie der Gottesdienst sein würde. Schon bei der Ankunft war mir klar, dass es ein wenig anders sein wird, als ich mir das Ganze vorgestellt hatte. Zur Kirche gehört ein riesiger Parkplatz hier dürfen Anweiser natürlich nicht fehlen, die einem sagen, wo noch freie Parkplätze sind. Auch die Kirche, wie eingangs erwähnt, sieht anders aus, als gewohnt.

Westwood Community Church - Chanhassen Campus

In der Kirche angekommen, war ich von drei Sachen beeindruckt:

  1. Wie viele Menschen anwesend waren.
  2. Dem Aufbau sowie die Ausstattung des Worship-Rooms, dem eigentlichen Kirchenschiff also.
  3. Die Kirche hat einen eigenen Coffee Shop…

Der Gottesdienst begann mit ein zwei modernen Songs, begleitet von einer Live-Band mit Gesang.

Es folgte eine sogenannte „child dedication“, ein – man möge es vielleicht so nennen – Ersatz für die Kindstaufe. Mit der „child dedication“ sollen die Kinder in die Hand Gottes gelegt werden, der an ihnen und durch sie wirken soll.

Hier noch einzufügen ist, dass der Gottesdienst live übertragen wird. Der Gottesdienst wird übertragen, in:

  1. die Sonntagsschule, die sich unterhalb des Kirchenschiffes befindet. Hier lernen die Kinder etwas über den für den jeweiligen Sonntag ausgesuchten Bibeltext.
  2. die „family area“, in der Familien mit ihren Kindern sitzen und dem Gottesdienst beiwohnen können. Hier wird zeitweise ein eigenes Programm gemacht, mit eigener Band. Wenn es aber zur Predigt kommt, wird der Prediger aus dem Hauptkirchenschiff übertragen.
  3. die „teenager area“, in der Teenager einen eigenen Gottesdienst haben mit eigener Musik und eigenem Pastor. Allerdings wird auch hier die Predigt aus dem Hauptkirchenschiff übertragen.
  4. andere Gebäude, die nicht auf dem eigentlichen Campus sind. Gottesdienstbesucher müssen somit nicht den ganzen Weg bis hin zur eigentlichen Kirche fahren, sondern haben ggf. einen kürzeren Weg.
  5. das heimische Wohnzimmer, oder wo immer man sich gerade befindet. Auf der Website kann man dem Gottesdienst in einem Livestream folgen und somit auch von überall auf der Welt einschalten.

Nach der „child dedication“ gab es noch einmal Musik, diesmal einen Rap, zusammen mit dem Einsammeln der Kollekte und Gebetswünschen.

Es folgte die Predigt, heute bestand sie aus einem kurzen Solo-Part von einem der Pastoren und einer längeren Unterhaltung mit zwei anderen Pastoren von anderen Gemeinschaften aus der Umgebung.

Genau eine Stunde nach Beginn des Gottesdienstes (11h unserer Zeit) war schon wieder alles vorbei.

Meine Gasteltern erzählten mir, dass der heutige Gottesdienst anders gestaltet war, als er es sonst ist. Lust auf einen zweiten Besuch habe ich auf jeden Fall, obgleich diese Art von Gottesdienst für mich doch ein wenig befremdlich war und wahrscheinlich auch noch ist.

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